Auszüge aus den Berichten über Gemmas Ekstasen

 "Liebe meiner Liebe" - Auszug aus dem Bericht 27

 

O ewiger Vater, in diesem Augenblick möchte ich die Herzen aller Engel, aller Heiligen und Auserwählten, sogar das Herz meiner himmlischen Mutter haben, ja ich wünsche mir selbst das Herz Deines Sohnes, um Dir alle zu Deiner Ehre und Verherrlichung darzubringen...

 

Teurer Jesus, setzen wir den Fall, Du wärest, was ich bin, ich aber wäre Jesus. Was ich dann täte? Ich hörte auf, ich zu sein, damit Du Gott wärest...

 

Warum, Herr, warum lässt Du mich ganz von Deinem göttlichen Feuer, vom Feuer Deiner Liebe entbrennen? Ich möchte alle Geschöpfe dieser Welt entflammen...

 

Siehe, o Jesus, ich habe so großes Vertrauen zu Dir, dass ich, sähe ich auch die Pforten der Unterwelt vor mir offen und befände ich mich am Rand des Abgrunds, keineswegs verzweifelte. Ja, wenn ich sogar die Unterwelt und den Himmel gegen mich aufstehen sähe, würde ich an Deiner Barmherzigkeit nicht verzweifeln, denn ich würde auf Dich vertrauen...

 

Du sagst, es sei grausam, ein Geschöpf zu verletzen: Wie gewaltig muss dann meine Grausamkeit sein, da ich Gott beleidigt habe, den Schöpfer, das höchste Gut! Du hast so viele Gnaden und Wohltaten mir erwiesen, mich auf wunderbare weise errettet! Und doch macht das auf mein Herz keinen Eindruck. Wie kannst du nur, mein Herz, ohne zu sterben, den Eingeborenen des ewigen Vaters am Kreuz hängen sehen? ...

 

Groß, unendlich ist die Zahl Deiner Erbarmungen mir gegenüber. Jesus, gedenke Deiner Barmherzigkeit! Herr, wenn Du willst, kannst Du mich retten. Ich hoffte, o Jesus, wie ich so oft vor Dir bekannt habe, etwas leisten zu können, ich vertraute auf meine Kräfte. Als ich aber anfing, allein vorzugehen, da geschah es, dass ich fiel und alles verlor, was Du mich bereits hattest gewinnen lassen. Dann hast Du mich aber erleuchtet und ich begriff, dass das, was ich meinen Kräften zugetraut hatte, nie von mir allein ausgeführt werden konnte. Ich hatte den Willen, aber das Können ging mir ab...

 

Ich besitze wirklich nichts, worüber ich mich vor Dir rühmen könnte. Du hast mich geliebt,  Jesus, und hast mich vielen Seelen vorziehen wollen. Ich fühle mich geehrt durch Deine Freundlichkeit, erkenne aber meine Armseligkeit immer mehr...

 

Liebe meiner Liebe, Jesus, mein Geliebter, mein Trost, mein Gott, meine Hilfe, meine Stütze, mein Licht! Ich bemerke, dass ich alles gegeben habe, Deine Erbarmung hingegen ist noch nicht erschöpft. Du warst immer mein Vater, ich will stets Deine treue Tochter sein...

 

Ich habe die großen Kämpfe erwogen, dich ich mit Deiner Hilfe gegen den Feind gewonnen habe. Wäre es möglich, dass ich ohne Deine Hilfe solch gewaltige Kämpfe bestehen könnte? Wer weiß, wie oft, wenn Du mir nicht beigestanden wärest, mein Glaube gewankt hätte, meine Hoffnung und meine Liebe geringer geworden wären. Mein Verstand hätte sich verdunkelt, wenn Du, ewige Sonne, ihn nicht erleuchtet hättest. Meine Liebe, wie oft wäre ich schwach geworden, wenn Du sie durch Deine Zärtlichkeit nicht immer wieder gestärkt hättest! Und im Willen, dem Notwendigsten von allem, wie oft fand sich die Trägheit vor, doch Du hast ihn mein Deinem Feuer wieder entzündet. Ich gebe es gerne zu, alles war das Werk Deiner Liebe, alle Siege verdanke ich Deiner unendlichen Liebe...

 

Ich fühle mich erfrischt, sobald ich die Stimme zu Deinem Lob erheben kann, aber die Freude ist von kurzer Dauer und meine Seele kehrt ins Dunkel zurück. Meine Seele, lebe beruhigt. Du wirst sehen, die Finsternis wird vergehen und das Licht wird kommen. Sei zufrieden, hoffe auf Jesus, vertraue auf Ihn allein.

 

 

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