Die Schriften der heiligen Gemma

A | Drei Vorbemerkungen

1 | Christus als Herr

Wenn wir uns der heiligen Gemma Galgani nähern, müssen wir dabei stets bedenken, dass Gemma zur Zeit des 19. Jahrhunderts gelebt hat und dass ihre Spiritualität aufgrund eben dieser Zeit von einer oft sehr großen Strenge geprägt ist. Dies hat sich auf ihr Denken aber auch auf ihre Visionen ausgewirkt, in der Christus oft ein recht strenges Antlitz trägt. Christus passt sich in den Visionen der Aufnahmefähigkeit, der Fassungskraft, und auch der Wesensart der Heiligen an. Dies gilt es zu bedenken, wenn wir uns mit den Schriften und Visionen dieser Heiligen befassen. Wir können sehr viel von Gemma Galgani lernen, doch scheint es wichtig zu sein, mit der Gabe der Unterscheidung an ihre Texte heranzugehen.

2 | Christus als Vater

Ungewöhnlich mag es zudem anmuten, dass Christus sich in zahlreichen Visionen als Vater Gemmas betitelt und Gemma sich folgerichtig als seine Tochter. Normalerweise finden sich bei den Mystikerinnen und Mystikern eher das Bild von Bräutigam und Braut für Christus und die menschliche Seele. Zweierlei mag an dieser Stelle als Überlegung hilfreich sein: Zum einen lesen wir im Johannes-Evangelium das Wort Jesu: "Wer mich sieht, sieht den Vater". Und: "Der Vater und ich sind eins." Auf diese Stelle Bezug nehmend, mag die Bezeichnung von Christus als Vater theologisch ein wenig unsauber anmuten, ganz falsch ist sie aber nicht. Zum anderen darf man vielleicht auch noch ergänzen, dass Gemma nicht nur sehr früh ihre Mutter, sondern als Jugendliche dann auch noch ihren Vater verloren hat, sodass Christus möglicherweise auch hier den innersten Bedürfnissen Gemmas entgegenkam und ihr ein Vater war.

3 | Mystisch Begnadet

Es gibt bekanntlich die Frage: "Genie oder Wahnsinn?": Diese weist uns darauf hin, dass die Grenze bei einem genialen, künstlerisch-veranlagten Menschen zwischen seiner Genialität auf der einen Seite und pathologischem Wahnsinn auf der anderen Seite auf Messers Schneide verläuft, dass es sich hierbei um eine zuweilen gefährliche Gratwanderung handelt. Auf Gemma Galgani angewandt, müssen wir uns also fragen: "Begnadete oder Wahnsinn?" Wenn wir uns intensiv mit den Berichten von ihr und auch von anderen über sie auseinandersetzen, drängt sich uns nämlich sehr wohl die Frage auf, ob sich Gemma nicht alles bloß eingebildet hat, ob sie nicht einfach ein bisschen irre war. Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Wir müssen uns letztlich entscheiden, ob wir mehr dem Urteil von Monsignore Volpi, ihrem Beichtvater, folgen (der bis zu Gemmas Tod skeptisch blieb, dann aber doch noch zuletzt bei "seiner" Gemma begraben werden wollte) oder aber dem Urteil von Padre Germano, ihrem geistlichen Führer und Begleiter (der sich für sie aussprach und sie über einen langen Zeitraum aufs Genaueste prüfen konnte). Padre Germano schrieb in einem Brief an Volpi, dass er durchaus zugibt, dass einzelne Elemente im Leben Gemmas vielleicht seltsam erscheinen mögen, dass jedoch das Ganze ihres Lebens als in sich stimmig und wohl gefügt betrachtet werden dürfe. Die Kirche hat dies mit der Selig- und Heiligsprechung Gemmas letztlich bestätigt.

B | Schriften aus ihrer Hand

1 | Die Autobiographie der heiligen Gemma

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Die Autobiographie der heiligen Gemma Galgani
Geschrieben von Februar bis Mai 1901, im Auftrag von Padre Germano. Zeitlich gesehen nach dem Tagebuch verfasst. Übertragung ins Deutsche von Prof. Dr. Egon von Petersdorff (1952), sprachliche Anpassung 2020.
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2 | Das Tagebuch der heiligen Gemma

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Das Tagebuch der heiligen Gemma Galgani
Geschrieben von Juli bis September 1900, im Auftrag von Monsignore Volpi. Übertragung ins Deutsche von Prof. Dr. Egon von Petersdorff (1957), sprachliche Anpassung 2020.
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3 | Die Briefe der heiligen Gemma

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Die Briefe der heiligen Gemma Galgani
Briefe Gemmas an Monsignore Volpi, Padre Germano und weitere Personen. Diese werden nach und nach ergänzt. Übertragung ins Deutsche durch P. Leo Schlägel OCist (1913), sprachliche Anpassung 2020.
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C | Schriften aus anderer Hand

1 | Die Ekstasen der heiligen Gemma

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Die Ekstasen der heiligen Gemma Galgani
Authentischer Bericht über die Ekstasen der heiligen Gemma. Aufgezeichnet und beglaubigt von Cecilia und Eufemia Giannini. Diese werden nach und nach ergänzt. Übertragung ins Deutsche durch P. Leo Schlägel OCist (1913), sprachliche Anpassung 2020.
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2 | Die Biographie der heiligen Gemma

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Die Biographie der heiligen Gemma Galgani
Geschrieben von ihrem Seelenführer Padre Germano. Übertragung ins Deutsche durch P. Leo Schlägel OCist.
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Viva Gesù! Viva Gemma!